Bodengrube

Die wohl ursprünglichste und kostengünstigste „Anlage“ zur Herstellung von Pflanzenkohle ist die Bodengrube – auch „Erd-Kon-Tiki“ genannt. Diese lässt sich mit ca. 1 Stunde Zeitaufwand, einer Schaufel und natürlichen Materialien bauen.

Pflanzenkohlebereitung Erdloch
Quelle: Ithaka Institut

So geht’s:

  1. konische Erdgrube in der Form eines Kon-Tikis im Verhältnis 2 (Breite) zu 1 (Tiefe) graben. Bsp: 2 m Breite und 1 m Tiefe.
  2. Die Seitenwände mit den Füßen feststampfen.
  3. Bei zu sandiger oder steiniger Erde, die gesamte Grube mit Lehm auskleiden.
  4. An den Grubenkanten eine Steinschicht auftragen.

Die Herstellung der Pflanzenkohle im Erd-Kon-Tiki gleicht den Grundprinzipen des Stahl-Kon-Tikis.

Die Bodengrube ist für diejenigen geeignet, die ohne Investitionen, eine kleine Menge an Pflanzenkohle herstellen möchten. Ein paar wenig relevante Nachteile bringt der Erd-Kon-Tiki im Vergleich zum Stahl-Kon-Tiki: Die Kohle lässt sich kaum von unten nach oben mit Wasser und Nährstoffen ablöschen („quenchen“). Das Quenchwasser versickert. Die Temperatur der zu verkohlenden Biomassen ist ungleichmäßiger, die Verbrennung/Verkohlung ist nicht ganz optimal.

Stahl-Kon-Tiki

Der Stahl-Kon-Tiki wurde 2014 von Hans-Peter Schmidt und Paul Taylor entwickelt. Seither hat das Ithaka Institut die Bau-Anleitung als Open Source zur Verfügung gestellt. So konnten schon 10 Monate nach der ersten Veröffentlichung weltweit über 500 Kon-Tikis in verschiedenen Ausführungen gebaut werden.

Pflanzenkohle Kon-Tiki
Quelle: Terra Magica

Das Grundprinzip ist ein konischer Stahlbehälter, der am Boden und an den Seitenwänden luftdicht und nach oben hin offen ist. Zunächst wird am Boden des Kon-Tikis ein kräftiges Glutbett angefeuert. Dann wird eine dünne und ausreichend trockene Biomasse-Schicht aufgeworfen. Schnell wird diese so auf über 600°C erhitzt und beginnt auszugasen. Das nach oben austretende Pyrolysegas entzündet sich mit Luftsauerstoff an der Glut und sorgt für ein gleichmäßiges Feuerbett an der Oberfläche. Das Feuerbett erzeugt die Hitze zur weiteren Ausgasung und verhindert zugleich, dass Sauerstoff in die unteren Schichten eintreten kann. Unter dem Feuer wird folglich die Ausgasung/Verkohlung abgeschlossen und gleichzeitig durch das verhindert das Feuerbett, dass die so entstandene Pflanzenkohle zu Asche abbrennt. Sobald die erste Schicht vollständig verkohlt ist (erkennbar durch die Schwarzfärbung) und sich erste (weiße) Aschebereiche zeigen, ist es Zeit, die nächste dünne Biomasse-Schicht aufzuwerfen. So wird die Biomasse Schicht für Schicht verkohlt und am Ende des Prozesses mit Wasser oder Gülle abgelöscht.

Der kostengünstige und robuste Kon-Tiki kann Dank seines geringen Gewichts nahezu überall aufgestellt werden. In einem mittelgroßen Modell kann in ca. 3 Stunden ein knapper Kubikmeter Pflanzenkohle hergestellt werden. Labortests zeigen, dass bei korrekter Bedienung Kon-Tiki-Pflanzenkohle alle Anforderungen des European Biochar Certificate erfüllt.

Der Kon-Tiki ist für kleinere bzw. mittelgroße Landwirte, Landschaftspfleger, Winzer und Kleingärtner geeignet, die ihre Pflanzenkohle aus den angefallenen organischen Reststoffen herstellen wollen.

Wir empfehlen folgende Kon-Tiki-Hersteller und Händler: